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Nachhaltigkeit im Portfolio
Das Außergewöhnliche selbstverständlich machen

Nachhaltigkeit als Standard in der Geldanlage? Was ursprünglich als Nischenansatz für Kirchen, kirchlich geprägte Organisationen und sozial engagierte Verbände galt, könnte sich immer mehr durchsetzen und in nicht allzu ferner Zukunft auch in Deutschland für die Breite der institutionellen Anleger zur Normalität werden.

 

Die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit hat verschiedene Treiber. Auf der einen Seite entsteht gesellschaftlicher Druck. Die Zahl der Konsumenten, die Produktionsund Wertschöpfungsketten der Unternehmen gezielt hinterfragen, wächst stetig und gehört gerade in jüngeren Bevölkerungsschichten – der so genannten Generation Y – fast zum Selbstverständnis. Auf der anderen Seite hat auch bei Aktionären ein Umdenken eingesetzt. Gefragt sind inzwischen langfristig orientierte Unternehmenswerte, die solide Gewinne erwirtschaften. Sogar in der Welt der Anleihen zeichnet sich seit einiger Zeit ab, dass Investoren bei Unternehmens- und Länderratings das Augenmerk auch auf nachhaltige Kriterien legen. Verstärkt werden diese Trends immer wieder temporär – durch Ereignisse, die uns erschüttern und die mit großer medialer Aufmerksamkeit einhergehen. Investieren in Atomkraft? Seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima für viele undenkbar. Auf Nahrungsmittelpreise wetten? Das weisen viele Investoren ganz weit von sich.

Vom magischen Dreieck zum magischen Viereck

Natürlich steht das magische Dreieck bestehend aus Rendite, Risiko und Liquidität nach wie vor im Mittelpunkt aller strategischen Anlageentscheidungen von institutionellen Investoren. Gerade in Zeiten dauerhaft niedriger und sogar negativer Zinsen schmerzt der Verlust jedes einzelnen Basispunktes. Dennoch können diese grundsätzlichen Überlegungen im Zeitverlauf um den Aspekt Nachhaltigkeit erweitert und somit zu einem magischen Viereck werden. Und dies aus guten Gründen.

 

Dass nachhaltige Anlagestrategien zu Lasten der Rendite gehen, ist ein oft genannter Vorbehalt. Tatsächlich zeigen viele wissenschaftliche Studien einen neutralen oder sogar positiven Zusammenhang auf. Denn nachhaltig anlegen bedeutet, in solide, langfristig orientierte Unternehmen zu investieren, die ordentliche Gewinne erwirtschaften. Daran beteiligen sie ihre Anteilseigner zum Beispiel durch attraktive Dividenden. Auch beim Risikomanagement kommt eine Nachhaltigkeitsstrategie positiv zur Geltung. Man kann sogar sagen, Nachhaltigkeit korreliert mit Solidität. Für langfristig orientierte Anleger ist diese Ausrichtung nahezu ideal. Und sind die Einstiegshürden „Rendite“ und „Risiko“ erst einmal überwunden, ist der Aufwand für die Implementierung und Umsetzung eines Nachhaltigkeitsportfolios vergleichbar mit einem klassischen Portfolio. Auch hier müsste zunächst entschieden werden, in welche Regionen oder Branchen investiert werden soll und welcher Investmentstil ein Portfolio prägt.

 

Magisches Viereck – die grundsätzlichen Parameter der Anlagestrategie um den Aspekt der Nachhaltigkeit erweitern.



Den passenden Rahmen definieren

Dreh- und Angelpunkt bei der Entscheidung für ein nachhaltiges Portfolio ist folglich die Überlegung, ob dieser Ansatz zum eigenen Selbstverständnis passt und in welcher Tiefe er verfolgt werden soll. Hier kann eine umfassende Beratung maßgeblich zur Klärung beitragen. Denn beim Thema Nachhaltigkeit gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Stattdessen muss jeder Investor für sich einen passenden Rahmen finden. Die Deka unterstützt dabei, eine individuelle Lösung zu entwickeln und umzusetzen, bei der die Basiskomponenten Rendite, Risiko und Liquidität berücksichtigt werden. Je nach Wunsch und Vorgabe kann das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen – von der Beratung über die Portfolioallokation und das Management bis hin zum Reporting. Dass die Themen aus den Bereichen Umwelt und soziale Verantwortung für institutionelle Investoren zunehmend wichtiger werden, hat die Deka schon vor Jahren erkannt und diese gestiegenen Anforderungen frühzeitig in ihren eigenen Prozessen umgesetzt. So haben wir bereits 2012 als eine der ersten deutschen Fondsgesellschaften die Prinzipien der Vereinten Nationen für nachhaltiges und verantwortungsvolles Investieren (United Nations Principles for Responsible Investment, UN-PRI) unterzeichnet. Mit diesem Abkommen verpflichten wir uns, nachhaltig und im Sinne der Gesellschaft verantwortungsbewusst zu agieren.


Deka hat Nachhaltigkeitskriterien bereits implementiert

Das PRI-Abkommen basiert auf dem Ansatz, dass Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Themen Einfluss auf das Ergebnis eines Anlageportfolios haben können. So sehen die sechs PRI-Prinzipien beispielsweise vor, dass ESG-Themen verstärkt in Analyse und Entscheidungsprozesse einbezogen werden und aktiv in der Aktionärspolitik und -praxis zum Tragen kommen. Außerdem wird eine angemessene Offenlegung in Bezug auf ESG-Themen bei den Unternehmen und Körperschaften gefordert, in die die Deka investiert ist. Als neuer Leiter Institutionelle Kunden Inland der Deka ist es mein Anliegen, das Thema Nachhaltigkeit stärker ins Bewusstsein der Anleger zu rücken. Dies bedeutet auch, den Fokus auf langfristigen Werterhalt statt kurzfristige Gewinnmaximierung zu legen, zu einem klima- und ressourcenschonenden Wirtschaften beizutragen, sich vor Ort für die und mit der Gesellschaft zu engagieren. Das alles und vieles mehr meinen wir, wenn wir von nachhaltigem Investieren sprechen.

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 2, Juli 2015