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Roundtable Nachhaltigkeit
„Noch viel Überzeugungs­arbeit zu leisten“

Die Bedeutung nach­haltiger Strategien in der Geldanlage wächst. Immer mehr institutionelle Investoren wollen ESG-Faktoren (Environmental, Social, Governance) in ihren Investment­entscheidungen berücksichtigen. Doch der Weg zur nachhaltigen Anlagepraxis ist gespickt mit Fragen: Welche Hürden gibt es? Kostet das Rendite? Und wie kann ein Investmenthaus Verant­wortung für die Geldanlage seiner Kunden übernehmen? Markt & Impuls hat das Thema mit vier Experten von Anleger- und Anbieter­seite diskutiert.


Markt & Impuls im Gespräch mit DAVID A. REUSCH, Corporate Responsibility Interface Center, HENRIK OHLSEN, Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU), MICHAEL SCHMIDT und TORSTEN KNAPMEYER, Deka


 

Das Interesse an nachhaltiger Geldanlage nimmt immer mehr zu. Wie schätzen Sie das Wachstumspotenzial ein?

DAVID A. REUSCH: Ich denke, dass sich der Anteil der ethisch-nachhaltigen Geld­anlagen signifikant erhöhen wird. Im Moment sprechen wir von einem Anteil von vielleicht drei Prozent des Marktvolumens, wenn überhaupt. Ich hoffe, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf mindestens zehn Prozent kommen. Es ist gerade viel in Bewegung, aber es ist noch sehr viel Luft nach oben.

 

HENRIK OHLSEN: Ich bin recht optimistisch. Der Zeitgeist wandelt sich und Nachhaltigkeit wird schon lange nicht mehr als etwas Exotisches gesehen, sondern bewusster bei der Geld­anlage berücksichtigt. Einerseits, weil man sich finanzielle Vorteile erhofft, aber andererseits auch, weil es eine Notwen­digkeit ist, um gewisse gesellschaftliche Heraus­forderungen in Angriff zu nehmen. Wir beobachten gerade das Aufkommen verschiedenster Initiativen in der Finanzwirtschaft, die sich für das Thema starkmachen. Sie wollen einen Beitrag dafür leisten, dass sich unsere Volkswirt­schaften den enormen Herausf­orderungen – allen voran dem Klimawandel und dem Bevölkerungswachstum – stellen.

 

MICHAEL SCHMIDT: Die Bedeutung wächst, da stimme ich zu. Viele Unternehmen, die ihre CSR-Aktivitäten in den letzten Jahren ausgebaut haben, wagen sich jetzt an das Thema Nach­haltig­keit bei der Geld­anlage. Das gilt auch für andere Markt­akteure. Das Land Nordrhein-Westfalen beispielsweise hat jetzt Nachhaltig­keits­kriterien für die Beamten­pension bei der Bundesbank hinterlegt und andere Länder ebenfalls. Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine stärkere Integration von Nachhaltig­keits­aspekten in der Vermögens­anlage bekommen. Ich rechne mit einem über­durchschnitt­lichen Wachs­tum.

 

Wir von der Deka signalisieren, dass wir Anwalt der Anleger sind und die Eigentumsrechte unserer Fondsanleger vertreten.“

 

MICHAEL SCHMIDT

Leiter Asset Servicing & Alternative Investments

 

Herr Knapmeyer, machen Sie auf der Immobilienseite ähnliche Beobachtungen?

TORSTEN KNAPMEYER: Man muss das differen­ziert betrachten. In der Immobilien­wirtschaft besteht immer noch viel Nachhol­bedarf beim Thema Nach­haltig­keit. Die Deka ist hier einer der Vorreiter in Deutschland im Bereich der Gebäude­zertifizierung mit einer Zertifi­zierungs­quote von rund 60 Prozent über das gesamte Immobilien­vermögen. Ich glaube, jedes Investment­produkt in naher Zukunft wird bestimmte Nachhaltig­keits­kriterien erfüllen müssen, welche die institutionellen Investoren­gruppen ein Stück weit vorgeben.

 

Es gibt aber immer noch institutionelle Investoren, die sich zurückhalten. Warum?

REUSCH: Es gilt insgesamt noch viel Überzeugungs­arbeit zu leisten. Man muss beispielsweise auch ehrlich sagen, dass Kirchen in der Summe oftmals nicht so stark unter nachhaltigen Aspekten investieren wie allgemein angenommen. Bei Stiftungen gilt das Gleiche. Wir beobachten zum Beispiel, dass dort immer noch viele Menschen und große Gremien sich sehr intensiv um die Vergabe der kleinen Geld­beträge der Förder­mittel kümmern. Aber die großen Beträge des Stiftungs­vermögens, der Grund­kern einer Stiftung, werden nur zu einem geringen Teil nachhaltig angelegt.

 

SCHMIDT: Die größten Hürden für Anleger sind oftmals fehlende Standards. Viele Investoren fragen sich: Was ist Nachhaltig­keit genau? Wir beobachten eine,gewisse Berührungs­angst, die aus fehlendem Wissen und Bewusstsein resultiert. Dazu kommt häufig die Sorge, keine ausreichenden Kapazi­täten zur Verfügung zu haben, um es richtig zu machen. Manchmal ist es auch eine Einstellungs­frage im Sinne von: Halse ich mir da etwas auf, was mich dann in meiner treu­händerischen Aufgabe womöglich behindern könnte? Diese Fehl­interpretation des treu­händerischen Auftrags ist durchaus vorhanden.

 

Das klingt eher pessimistisch. Ist das eine Grundstimmung unter den Investoren?

SCHMIDT: Nein. Der Zuspruch, die Offenheit, für das Thema nimmt meines Erachtens insgesamt deutlich zu. Ich sehe drei große Treiber für über­durchschnitt­liches Wachstum. Der erste ist die Regula­torik. Es gibt einige regula­torische Vorhaben, die die Nach­frage und das Bewusst­sein für nachhaltige Geld­anlage erhöhen werden. Dazu gehören auf EU-Ebene etwa die Aktionärs­rechte­richtlinie, die Pensions­fonds­richtlinie auf EU-Ebene und die CSR-Richtlinie, die gerade in nationales Recht umgesetzt wurde. Der zweite Aspekt ist Reputation. Viele erkennen, dass nachhaltige Geld­anlage auch etwas mit Reputations­gewinn oder zumindest mit Reputations­schutz zu tun hat. Als Anleger möchte man nicht mit Investments konfron­tiert werden, die Kinder­arbeit, Krieg oder Trinkwasser­verunreinigung fördern. Die Sensibilität dafür hat zugenommen. Der dritte Treiber ist die Erkenntnis, dass die Berück­sichtigung von ESG-Kriterien durchaus zur Verbesserung des Risiko­managements beitragen kann. Wir haben einige Fat Tails gesehen, also uner­wartete Ereignisse, die für Turbulenzen an den Finanz­märkten gesorgt haben. Um diese jetzt besser aus einer anderen Perspektive heraus zu erfassen, können ESG-Kriterien helfen. Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend durch.

 

REUSCH: Das sehe ich ähnlich. Regulatorik kann eine gute Unterstützung sein, das Thema nachhaltige Geld­anlage voran­zutreiben. Investoren finden nach­haltige Geld­anlage gut, doch wenn man die Frage stellt, warum der Markt­anteil nur drei Prozent beträgt, dann sagt der Anbieter, der Kunde fragt es nicht nach, und der Kunde sagt, mir wird es nicht angeboten. Regulatorische Vorgaben wären hier eine Hilfe, um das Dilemma aufzulösen – weil man es einfach machen muss.

 

„Regulatorische Vorgaben wären eine Hilfe, um das Dilemma aufzulösen.“

 

DAVID A. REUSCH
Geschäftsführer des Corporate Responsibility
Interface Center (CRIC)

OHLSEN: Ein guter Ansatz ist an dieser Stelle die neue EU-Richt­linie zur CSR-Bericht­erstattung, die man sicherlich noch stärker ausbauen kann, bzw. das diesbezüg­liche nationale Umsetzungs­gesetz. Das hat auch Auswirkungen auf das Risiko­management, weil Investment­manager so verlässliche Daten bekommen, mit denen sie arbeiten und diese für ihre Entscheidungen berück­sichtigen können. Und es sollte dann auch Bestand­teil der Treuhand­pflicht sein, transparent über Nachhaltigkeitsl­eistungen zu berichten.

 

Welche Rolle kann die Deka hier spielen?

SCHMIDT: Als Wertpapier­haus der Sparkassen zeigen wir unser Engagement in diesem Bereich besonders wahrnehmbar. Beispiels­weise nehmen wir für Aktien­anlagen Stimm­rechte wahr und signali­sieren so, dass wir Anwalt der Anleger sind und deren Eigentums­rechte vertreten – hier und da durchaus auch öffentlichkeits­wirksam. Außerdem ist unser Abstimm­verhalten auf unserer Website für jeden öffentlich einzusehen.

 

Achten Ihre Kunden darauf, ob die Deka selbst nachhaltig ist?

SCHMIDT: Aus meiner Sicht ist es für die Glaub­würdigkeit essentiell, dass ein Anbieter auch wirklich ein Bewusst[-6sein und ein Konzept dafür hat. Die Deka-Gruppe hat Nachhaltig­keit fest in der Geschäfts­strategie verankert und über die Zeit weiter­entwickelt. Das ist definitiv ein Pluspunkt, der für uns spricht.

 

Herr Schmidt, Sie sind als Vertreter der Deka in der hoch­rangig besetzten „High Level Expert Group on Sustainable Finance“ im Auftrag der Europäischen Kommission. Woran arbeiten Sie da konkret?

SCHMIDT: Vorweg zur Erläuterung: Die Arbeits­gruppe umfasst 20 Mitglieder sowie neun Beobachter, die sich aus Vertretern des Finanz­sektors, der Forschung und auch von NGOs zusammen­setzt. Das Besondere ist: Die Kommission sieht das Thema als integralen Bestandteil einer umfassenden nachhaltigen Wirtschafts- und Finanz­politik der EU. Es geht letztlich darum zu erörtern, welche Rolle das Finanz­system als wichtiges Binde­glied zwischen den realöko­nomischen Akteuren, also den Regierungen, Unter­nehmen und Haus­halten spielen soll. Und welcher Beitrag dazu geleistet werden muss, um die überge­ordneten Ziele wie die Agenda 2030 der UN oder die Klima­ziele von Paris zu erreichen. Nach einem halben Jahr haben wir einen Zwischen­bericht mit acht konkreten Empfehlungen für die EU-Kommission auf den Tisch gelegt. Eine der Empfehlungen lautet, ein EU-Klassifi­zierungs­system für nachhaltige Produkte zu entwicklen und einzu­führen. Wie das genau umge­setzt werden kann, werden wir weiter vertiefen.

 

„Nachhaltigkeit muss zwangsläufig nicht mehr kosten.“

 

TORSTEN KNAPMEYER
Geschäftsführer Fondsmanagement bei Deka Immobilien

Die Standards im Immobilien­bereich sind einfacher zu greifen, oder? Schließlich gibt es Zertifizierungen.

KNAPMEYER: Nein, nicht unbedingt. Natürlich schauen wir auf der Portfolio­ebene, ob die Gebäude Zertifizierungen haben oder eben nicht. Aber ob Deutschland, England, Frankreich oder die USA – viele Länder haben eigene Zertifikate. Und hier gibt es zum Teil Unter­schiede bei den Bewertungs­maßstäben. Es gibt nun zwei Initiativen, zum einen vom Fonds­verband BVI, zum anderen von der Immobilien­wirtschaft selbst. Beide haben das Ziel, mehr Transparenz über die Definition von Nachhaltigkeitskriterien zu schaffen. Das Thema bewegt den Immobilienbereich, die ganze Branche arbeitet daran, Nachhaltig­keit greifbarer zu machen. Dazu gehören auch systematische Zahlen­erhebungen, wie etwa den Verbrauch oder die Erhebung von Emissionen.

 

Um bei den Immobilien zu bleiben. Welche nachhaltigen Kriterien sind für Sie bei Ihren Investments entscheidend?

KNAPMEYER: Die Gebäude, die wir typischer­weise für die großen Fonds ankaufen, haben bereits eine Zertifizierung oder sind zertifizierbar. Darüber hinaus werden Ankäufe im Rahmen der technischen Due Diligence mit der gebotenen Sorgfalt auch auf Nach­haltigkeits­aspekte geprüft. Dazu gehören beispielsweise Risiken im Zusammen­hang mit veralteter Gebäude­technik, die wir dann in die Wirtschaft­lichkeits­berechnung einpreisen. Daneben spielen aber auch die klassischen Faktoren eine Rolle, etwa die Lage und die Entfernung zum öffentlichen Nahverkehr sowie Flächeneffizienz. Bei unseren Bestands­immobilien prüfen wir, ob wir bereits bestehende Nach­haltigkeits­zertifikate durch konkrete Maßnahmen in den Immobilien upgraden können.

 

Ist das Anlageuniversum groß genug?

KNAPMEYER: Ja, das sieht man auch an den Zertifizierungs­quoten. 2012 hatten wir um die 24 Prozent zertifizierte Immobilien in unseren Portfolios, jetzt haben wir über 60­Prozent über alle Portfolios. Wir werden auch weiterhin das Angebots­spektrum von Green Buildings kontinuierlich ausbauen. Die größte Heraus­forderung besteht jedoch in der derzeitigen Niedrig­zinsphase und den damit verbundenen hohen Immobilien­preisen, also der Schwierigkeit, entsprechende Core- und Core+-Immobilien gemäß unserer Investment­strategie zu erwerben.

 

Wie steht es mit dem Anlageuniversum in anderen Assetklassen?

REUSCH: Für den Privatkunden ist in den klassischen Anlage­klassen genug Auswahl da, um das passende Produkt zu finden. Je nach Nachhaltigkeits­definition und auch individuellen Einstellungen ist es jedoch gerade für institutionelle Investoren in einigen Assetklassen und Bereichen sehr schwierig. Das gilt bei Aktien und Anleihen zum Beispiel für die Region Emerging Markets, wo man vor allem in Sachen Transparenz an die Grenzen stößt. In einigen Ländern sind gewisse Maßstäbe, mit denen ich mittel­europäische Unternehmen bewerte, zum Teil nicht anwendbar. Es gibt außerdem oft nicht die notwendigen Ratings.

 

„Die große Herausforderung liegt auch darin, neue Projekte zu schaffen.“

 

HENRIK OHLSEN
Geschäftsführer des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU)

OHLSEN: Das stimmt. Gerade für große Versicherungen und Invest­menthäuser ist es so, dass nicht immer genug Anlage­objekte vorhanden sind, um die zum Teil großen milliarden­schweren Volumina unter nachhaltigen Gesichts­punkten zu investieren. Die große Heraus­forderung liegt deshalb darin, neue Projekte zu schaffen, in die im großen Stil investiert werden kann. Beispielsweise in dem Bereich regionale Energie­versorgung, wo man lokale Heizkraft­werke bauen könnte, um ganze Stadtteile mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Dann ist dieses kleine Projekt noch nicht unbedingt bereit für Investments. Es braucht jemanden, der mehrere solcher kleinen Projekte bündelt und diese so aufbereitet, dass ein Investor mit größeren Summen einsteigen kann.


SCHMIDT: Es ist in der Tat so, dass es manchmal nicht die richtigen Projekte gibt, die zu den Anfor[-|derungen eines institutionellen Anlegers passen. Es gibt aber auch ein anderes großes Hindernis: Wenn Liquiditäts­anforderungen sehr stark in den Mittelpunkt gestellt werden oder Risiko­grenzen und Eigenkapital­unter­legungen gefordert werden, dann muss man sich nicht wundern, wenn illiquide langfristige Infrastruktur­projekte, die vielleicht ein gewisses höheres Risiko haben, nicht finanziert und deshalb auch nicht wie geplant umgesetzt werden.

 

Lassen Sie uns zum Schluss über den Zusammen­hang von nachhaltiger Geld­anlage und Rendite sprechen. Ist ein Performance-Unterschied zu erkennen?

KNAPMEYER: Für den Immobilien­bereich haben wir die IREBS (International Real Estate Business School) beauftragt eine Metastudie zu erstellen. In dieser Metastudie wurde der Mehrwert einer nachhaltigen Ausrichtung auf Objekt-, Portfolio- und Gesellschafts­ebene untersucht und dargelegt. Es wurden nationale wie internationale Ergebnisse für unterschiedliche Nutzungs­arten einbezogen. Alle Studien bestätigen: Die Nutzen­potenziale übersteigen die zusätzlichen Kosten messbar. Nachhaltig­keit muss nicht zwangsläufig mehr kosten.

 

OHLSEN: Ich glaube, wir sind uns einig, dass Nachhaltig­keit bei der Geld­anlage keine Rendite kostet. Was jedoch häufig nicht gesehen bzw. herausgestellt wird, ist, dass es auch eine soziale und ökologische Rendite gibt. Verschiedene Impact-Produkte versuchen dies auch auszuweisen. Green Bonds sind da ein Beispiel. Ich finde, das Bewusstsein, dass jedes Investment einen Impact hat, ist sehr wichtig. Und Investments, die einen positiven Fußab­druck hinterlassen, weisen aus meiner Sicht den Weg in die Zukunft.

Porträts

 

David A. Reusch
Geschäftsführer des Corporate Responsibility Interface Center (CRIC)

Neben seiner Tätigkeit als Vorstands­vorsitzender der Investoren­gemeinschaft CRIC ist Reusch seit 2007 Vorstands­assistent der Missions­zentrale der Franziskaner. Dort betreut der Diplom-Kaufmann mehrere von der Missions­zentrale initiierte Investment­fonds. Außerdem ist er zuständig für die treuhänderische Verwaltung von Stiftungen.

Henrik Ohlsen
Geschäftsführer des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU)

Neben seiner Tätigkeit als Geschäfts­führer des VfU ist Henrik Ohlsen für die Themen­bereiche (Nachhaltigkeits-) Reporting, Finanz­wirtschaft und Klima­wandel (Climate Finance) sowie ESG-Indikatoren im Kredit­geschäft zuständig. Zuvor war er bei der Landes­hauptstadt München und bei einer Unternehmens­beratung im Bereich Umwelt­management tätig.

Torsten Knapmeyer
Geschäftsführer Fondsmanagement bei Deka Immobilien

Seit 2009 ist Torsten Knapmeyer Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH, Deka Immobilien Investment und WestInvest GmbH. Zuvor war er lange Jahre in unterschied­lichen leitenden Funktionen für Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe tätig und leitete anschließend für die Deka den Vertrieb Sparkassen für Nord- und Ostdeutschland.

Michael Schmidt
Geschäftsführer Deka Investment

Schmidt ist Mitte 2016 in die Geschäfts­führung der Deka Investment GmbH eingetreten. Dort ist er zuständig für den Bereich Asset Servicing & Alternative Investments sowie nachhaltige Investments. Schmidt blickt auf dezidierte Erfahrungen im Asset Management zurück. Vor seiner Zeit bei der Deka war der Diplom-Betriebswirt und CFA-Charterholder bei Union Investment und im Asset Management der Deutschen Bank tätig.

Nachhaltigkeitsberatung der Deka

Verantwortlich investieren –
wie Anleger individuelle Nachhaltigkeitsziele planvoll erreichen

Die Lenkungswirkung des Geldes hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise – das ist die klare Absicht hinter den Initiativen der Finanzwirtschaft zum Thema Sustainability. In der Umsetzung variiert der Stand: Manche institutionelle Investoren bekennen sich schon lange zu ethischen Investments, andere setzen sich erst im Zuge der Erstellung eines Corporate-Social- Responsibility-Berichts damit auseinander. Für beide Kundengruppen ist die Deka ein kompetenter Ansprechpartner, wie man an den hauseigenen Deka-Nachhaltigkeitsfonds und den individuellen Investmentlösungen für institutionelle Kunden sieht.

„Nachhaltigkeit bedeutet, die Bedürfnisse der heute lebenden Menschen zu erfüllen, ohne dabei spätere Generationen in ihren Fähigkeiten einzuschränken, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.“

 

BRUNDTLAND-BERICHT DER VEREINTEN NATIONEN 1987

Ausschluss nach Negativkriterien

Prinzipiell sind zwei Herangehens­weisen möglich, die auch miteinander kombiniert werden können. Zum einen der Ausschluss von Ländern oder Unternehmen nach Negativ­kriterien. Dabei können ethische Bedenken z. B. gegenüber Waffen, Alkohol, Glücksspiel und genverändertem Saatgut genauso zum Tragen kommen wie die Vermeidung von Risiken der Atomenergie oder Tabakindustrie. Auch eklatante Verstöße gegen Menschen- oder Arbeitsrechte bzw. Antikorruptions­regeln können zu einem Ausschluss führen.

 

Best-in-Class eröffnet Möglichkeiten

Alternativ können positive Auswahl­kriterien angewendet werden. Bei der Best-in-Class-Methode wählt man anhand ESG-Kriterien aus jeder Branche diejenigen Unternehmen aus, die im Wettbewerbsumfeld die besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen. Institutionelle Investoren, die wissen, wie ihr Anlage­universum aussehen soll, unterstützt die Deka bei der Operationa­lisierung der Anlagerestriktionen. Auf Basis langjähriger Erfahrung bei nachhaltigen Eigenanlagen und Investmentlösungen mit mehr als 10 Milliarden Euro verwalteten Kunden­geldern können die Deka-Nachhaltigkeits­experten gezielt die passende Lösung erarbeiten und verschiedene Modelle durchrechnen. Dabei arbeitet die Deka Hand in Hand mit verschiedenen Nachhaltigkeits-Rating­agenturen und integriert Informationen externer Research­anbieter in die eigenen Systeme – als ersten Filter. Dazu kommt die umfassende Beurteilung durch das hauseigene Analysten­netzwerk.

 

Das Leistungspaket wird abgerundet durch Corporate-Governance-Angebote wie der Stimmrechts­ausübung bei Haupt­versammlungen von börsen­orientierten Unternehmen und einem weitergehenden Engagement­ansatz, Dabei nutzt die Deka ihre rund 1.600 Unternehmens­kontakte pro Jahr, um im direkten Gespräch mit Vorständen und Aufsichtsräten ESG-Themen zu adressieren.

 

„Gut zu wissen, dass die nachhaltigen Kriterien bei der Geldanlage zunehmend eine entscheidende Rolle spielen“, sagt Marianne Ullrich, Expertin Nachhaltige Investmentlösungen bei der Deka Investment.

 

 

 

Screening nach ESG-Kriterien


Environment = Umwelt
Klimaschutz, Umweltpolitik,
Wassermanagement


Social = Soziales
Menschenrechte, Sozialstandards in
der Lieferantenkette, Sicherheit und
Gesundheit


Governance = Unternehmensführung
Verhaltenskodex, Vergütungssysteme,
Transparenz und Berichterstattung

 

 

 

 

Ausschluss nach gängigen
Negativkriterien


Ethische Bedenken: Waffen, Alkohol,
Glücksspiel, genverändertes Saatgut


Inhärente und latente Risiken (Atomenergie,
Tabakindustrie)


Eklatante Verstöße gegen z. B.
Menschenrechte, Arbeitsrechte,
Antikorruptionsregeln

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, August 2017