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Emissionsgeschäft nach Maß
Qualität und Liquidität sind Trumpf

Wertschöpfend und passgenau. Als Bindeglied zwischen Emittenten und Sparkassen sorgt die DekaBank für geeignete Investitionsmöglichkeiten im Primärmarkt. Ein Gespräch mit Thorben Lüthge, Leiter Handel und Strukturierung, und Guido Schlamann, Leiter Daueremittenten und Emissionsgeschäft, über Nachfrage und Angebot.

Herr Lüthge, im Kapitalmarktgeschäft der Deka hat sich einiges getan …

Lüthge: Allerdings. Wir haben das Geschäft vollständig auf die Bedürfnisse unserer Anteilseigner ausgerichtet. Als Wertpapierhaus der Sparkassen sind wir heute das Bindeglied zwischen ihnen und dem Kapitalmarkt. Ziel ist ein effizienter Kapitalmarktzugang für Sparkassen. Das Fremdemissionsgeschäft ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Mit der Bündelung der Nachfrage über die DekaBank schaffen wir gemeinsam Investitionsmöglichkeiten und die Sparkassen profitieren damit im Einkauf von „Großhandels­preisen“ im Primärmarkt. Anleihen von öffentlichen Emittenten und Hypothekenbanken sind bei den Sparkassen besonders gefragt. Hier liegt der Kern unserer Expertise.

„Wir kennen als Wertpapierhaus der Sparkassen nicht nur das Angebot der Emittenten, sondern auch die Nachfrage aus dem Sparkassensektor.“

Thorben Lüthge

Leiter Handel und Strukturierung

DekaBank

Wie sind Sie in diesem Segment aufgestellt?

Lüthge: Die Aufstellung leitet sich vollständig von der wesentlichen Bedürfnisstruktur unserer Kunden und Anteilseigner ab. Im Team von Herrn Schlamann arbeiten sieben Kollegen. Das Team ist Teil der Abteilung Handel und Strukturierung. Damit stellen wir ein nahtloses Zusammenspiel von Primär- und Sekundärmarkt sowie eine optimierte Risikosteuerung in den Handelsbüchern sicher. Wir gehen sehr nachhaltig und fokussiert vor. Wir tun, was den Bedarf trifft. Es geht um das „Befahren von Haupt­straßen“, auf exotischen Nebenstraßen kommen wir nicht effektiv im Sinne unserer Kunden voran.

Was bedeutet das konkret?

Lüthge: Das Team fokussiert einerseits auf das Anleihegeschäft mit erstklassigen öffentlichen Schuldnern, sogenannten Solva-0-Emittenten. Dazu zählen primär die deutschen Förderbanken, die deutschen Bundesländer sowie selektive aus­ländische Emittenten, etwa die Europäische Investitionsbank oder der Europäische Stabilisierungsmechanismus. Andererseits liegt der Schwerpunkt auf privaten Finanzinstituten wie Hypothekenbanken oder Geschäftsbanken für Pfandbriefemissionen und unbesicherte Banken­anleihen. Deutschland bildet hier den Schwerpunkt unserer Aktivität. Selektiv wird das Angebot um europäische Emittenten ergänzt. Wie gesagt, immer mit klarem Blick auf das Wesentliche – den Kundenbedarf.

Der Zugang zu den Emittenten von Anleihen ist für die Sparkassen sehr wichtig. Wie hat sich der Markt entwickelt?

Schlamann: Kurz laufende Bundesanleihen etwa haben negative oder nahe Null liegende Renditen. Damit sind die Erträge der Sparkassen aus ihrem Depot A-Geschäft in den letzten Jahren mehr und mehr gefallen. Somit ist die Nachfrage nach länger laufenden Pfandbriefen zum Beispiel stark gestiegen. 65 Prozent der Sparkassen bevorzugen jetzt Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren. Früher lag der Schwerpunkt noch auf fünf Jahren.

 

Lüthge: Gleichzeitig registrieren wir einen höheren Bedarf an europäischen Emittenten. Dazu suchen wir ganz gezielt nach Papieren, die auf die Bedürfnisse der Sparkassen passen.

Welche Kriterien bestimmen die Suche nach passenden Emittenten?

Schlamann: Die Qualität des Emittenten spielt eine wichtige Rolle. Doch wir sehen klar eine Tendenz, sich selektiv mit Alternativen zu beschäftigen. In der heutigen Zeit gehören längere Laufzeiten genauso wie eine Erweiterung des Emittentenspektrums zum natürlichen Lösungsraum.

„65 Prozent der Sparkassen bevorzugen jetzt Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren.“

Guido Schlamann

Leiter Daueremittenten und Emissionsgeschäft
DekaBank

Kann man Ihre Abteilung somit als Mittler zwischen Emittent und Sparkasse verstehen?

Lüthge: Im Prinzip ja. Wir sprechen mit den Emittenten, unsere Vertriebskolleginnen und -kollegen mit den Sparkassen. Hierbei wird uns regelmäßig von den Kunden eine Kernkompetenz bestätigt: die Kapitalmärkte aus Sicht der Sparkassen sehen. Über dieses Lob freuen wir uns sehr. Und diese Sicht transportieren wir an die Emittenten und bieten diesen einen Zugang zu einer granularen und sehr soliden Investorenschaft. Wesentlicher Erfolgsfaktor ist der intensive Informationsaustausch im Dreieck Sparkassen, Vertrieb sowie Handel und Strukturierung. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die vielen gemeinsamen erkenntnis­reichen Diskussionen.

Von welchem Umfang sprechen wir bei der Nachfrage der Sparkassen hier etwa?

Schlamann: Wir sprechen über ein direkt investierbares Volumen von über 150 Milliarden Euro. Damit sind die Sparkassen für die Emittenten eine bedeutende Investorengruppe. Es ist wichtig für sie, dass die Deka einen guten Zugang zu den Emittenten hat und bei interessanten Emissionen im Konsortium ist, entweder als Joint-Lead Manager oder als Co-Lead Manager. Dies ermöglicht es, die Sparkassen aus der Emission direkt zu bedienen.

Lüthge: Es ist hierbei sehr wichtig, dass möglichst viele Sparkassen über uns als DekaBank zeichnen. So wird den Emittenten die enge Verbindung von Sparkassen und ihrem Wertpapierhaus transparent. Es erhöht deutlich unsere Chancen auf weitere attraktive Emissionen und Mandate. Dies führt zu zweierlei: einem attraktiven Primärmarktangebot zu guten Konditionen für die Sparkassen und zu Provisionseinnahmen bei der DekaBank. Das ist zum Wohle unserer Anteilseigner, also wiederum der Sparkassen. Auch in diesem Zusammenhang möchte ich mich für die große bisherige Unterstützung der Sparkassen bedanken und nochmals deutlich machen, wie wichtig die enge Zusammenarbeit für den gemeinsamen Erfolg auch auf diesem Gebiet ist.

Erkennen Sie weitere Trends im Anlageverhalten der Sparkassen?

Schlamann: Neben der bereits erwähnten Europäisierung der Pfandbriefmärkte und einer Laufzeitenverlängerung sehen wir auch Anfragen im Hinblick auf eine
zunehmende Diversifizierung in Nicht-Euro-Währung, insbesondere in US-Dollar. Auch hier gilt: Wir sind zu diesen Trends laufend im Austausch mit Emittenten und Sparkassen – und damit für die Sparkassen-Finanzgruppe am Puls des Marktes.

Markt & Impuls - Für Sparkassen - Ausgabe 1, Januar 2015