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Ein Angebot mit Mehrwert
Wertpapierleihe

Interview mit Andrea Sturm, Leiterin Vertriebsbetreuung Investment Servicing der Deka und Michael Cyrus, Leiter Sicherheitenhandel und Devisen der Deka.

Herr Cyrus, wofür steht das Leihe- Angebot der DekaBank?

MICHAEL CYRUS: Unser Leihe-Angebot zeichnet sich durch drei zentrale Elemente aus. Erstens decken wir sämtliche Assetklassen von Kredit über Aktien bis zu Renten in einem vollintegrierten Modell ab. Zum zweiten gilt das Motto „Alles aus einer Hand“: Ein einziges Team an einem Standort bietet von Standardprodukten bis zu strukturierten, komplexen Transaktionen die gesamte Bandbreite an Leihe-Modellen an. Die Kosten sind entsprechend gering, die Wege kurz und transparent. Drittens kommt uns zugute, dass unser Kunde Deka Investment ein sehr erfolgreicher Asset Manager ist.

 

Frau Sturm, welches Interesse für das Thema Leihe beobachten Sie bei institutionellen Anlegern?

ANDREA STURM: Sowohl durch die Regulatorik als auch durch die Gesetzgebung hat sich das Interesse bei der Leihe stärker von Aktien weg und hin zu Renten entwickelt. Aktuell sind liquide Rentenpapiere Leiheunter anderem wegen der Erfüllung von Liquiditätsanforderungen bei Banken von großem Interesse. Zudem freut sich in der langandauernden Niedrigzinsphase jeder Kunde über erzielbare Basispunkte aus der Leihe. Vor allem, da sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die Zinsen womöglich über einen langen Zeitraum negativ bleiben.

 

Was kann Leihe konkret leisten?

MICHAEL CYRUS: Institutionelle Investoren stehen beim Eingehen von Leihegeschäften vor zwei zentralen Fragen: Sollen Zusatzerträge generiert werden? Oder wird zusätzliche regulatorische Liquidität benötigt? Die DekaBank kann beide Anforderungen erfüllen. Die Gewichte balancieren sich hier neu aus. In den letzten Jahren haben mehr und mehr Investoren entdeckt, dass sie über Leihe Zusatzerträge generieren können. Künftig wird es eher darauf ankommen, Liquidität bei Bedarf kurzfristig verfügbar zu haben, also flexibel zu sein. Für beide Varianten eignet sich die Leihe.

 

Was macht die Deka anders als andere Anbieter?

MICHAEL CYRUS: Im Gegensatz zu den meisten Leihe-Programmen operiert die Deka bei der Leihe in erster Linie auf Principal- Basis. Bei einer Leihe auf Principal-Basis kontrahiert der Kunde direkt mit der DekaBank, und mit ihr wird das Sicherheitenspektrum verhandelt. Darüber hinaus bieten wir maßgeschneiderte Lösungen auch für kleinere Kontrahenten an. Ein Kunde wollte beispielsweise das Sicherheitenmanagement für das Leiheprogramm seiner Direktbestände auslagern und war an einer Verpfändung der Sicherheiten interessiert. Die Ziele des Kunden wurden im Rahmen einer Tri-Party-Konstellation (siehe Grafik Seite 8) realisiert, bei denen die Sicherheiten bei Clearstream verpfändet werden. Clearstream übernimmt auch das Sicherheitenmanagement für den Kunden und entlastet diesen somit bei den täglichen, arbeitsintensiven Prozessschritten. Darüber hinaus hat die Deka ein hervorragendes Rating, so dass die Kunden sich ganz bewusst für die DekaBank als Leiheanbieter entscheiden, um die entstehenden Kontrahentenrisiken möglichst gering zu halten. „Asset Liquidity“, also die Liquidität von einzelnen Wertpapieren, ist nach der Finanzmarkt- und der Schuldenkrise ein zusätzliches Kriterium, das Investoren heutzutage bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen. Diese nachzuweisen kann mitunter schwierig sein. An dieser Stelle bietet die Kombination von Repo- und Leiheprodukten den Vorteil, dass unser Handel durch entsprechende Kombination von Finanzierungsinstrumenten (Repos) mit der Leihe auch tatsächlich Nachweise über die Liquidität von Wertpapieren erbringen kann, falls das vom Kunden gewünscht wird.

 

Können Sie bitte die Vorgehensweise erläutern? Wie gelingt dies?

ANDREA STURM: Die KVG kann für Anleger mit überschüssiger Liquidität im Fonds diese Bestände zu 100 Prozent verleihen. Ebenso kann die KVG das Verhältnis zwischen besichert und unbesichert gemäß Präferenz, Risikoneigung und relevanter Regulatorik des Fonds selbst bestimmen. Voraussetzung dafür ist die enge Zusammenarbeit von Master-KVG und Verwahrstelle, die die operationellen Risiken und Kosten deutlich reduziert.

 

Wie sieht es bei den Direktbeständen der Kunden aus?

ANDREA STURM: Hier hat die Deka ein ähnlich attraktives Angebot. Viele institutionelle Anleger verfolgen eine Buy- and Hold-Strategie. Staatsanleihen bzw. liquide, verleihbare Wertpapiere, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, können beispielsweise für ein bis zwei Jahre der DekaBank verliehen werden. Bei Bedarf können unsere Kunden über einen externen Tri-Party-Partner, wie z.B. Clearstream, die notwendigen Sicherheiten in einem regulatorisch anerkannten Rahmen gestellt bekommen. Dafür gibt es einen zertifizierten, effizienten und transparenten Prozess. So können institutionelle Kunden Erträge generieren, die vorher nicht einkalkuliert waren.

 

An wen richtet sich das Angebot?

MICHAEL CYRUS: Unser Angebot richtet sich an institutionelle Kunden, einschließlich Kapitalverwaltungsgesellschaften, die im Rahmen ihres Leihegeschäfts nicht viele verschiedene, sondern einen hochwertigen Leihepartner suchen, der ihnen für alle Assetklassen Lösungen mit unterschiedlichen Produkten bieten kann. Im Laufzeitenspektrum passen wir uns unseren Kunden an. Sehr kurze Laufzeiten, aber auch Leiheprogramme über mehrere Jahre sind denkbar.

 

Leihe-Modelle für Master-KVG Kunden
Wertpapierleihe-Dienstleistungen mit zugehörigem Collateral Management

 

Die Deka-Gruppe bietet ihren Kunden in erster Linie sogenannte Principal-Leihetransaktionen an. Bei diesen Transaktionen interagieren DekaBank und Kunde direkt miteinander. Das Laufzeitenspektrum erstreckt sich von offenen Transaktionen (jederzeit kündbar) bis zu mehreren Jahren. Generell kommen Renten (Staatsanleihen und Unternehmensanleihen) und Aktien in Frage.

 

Bi-Laterale Leihetransaktionen

Kunde und DekaBank gehen eine bilaterale Vertragsbeziehung ein und verhandeln das Sicherheitenspektrum direkt miteinander. Der Kunde ist in Bezug auf die ihm von der DekaBank gestellten Sicherheiten für die Überwachung und Steuerung zuständig. Dies beinhaltet zum Beispiel Überprüfung der Zulässigkeitskriterien, ausreichende Höhe der Sicherheiten, Preisversorgung und ggf. zusätzliche Marginforderungen.

 

Tri-Partyr Leihetransaktionen

Kunde, DekaBank und ein sog. Tri-Party Provider schließen untereinander Verträge ab. Das Sicherheitenspektrum wird wie bei den bilateralen Leihetransaktionen durch Kunde und DekaBank verhandelt. Danach übernimmt der Tri-Party Provider die Sicherheitenüberwachung und Sicherheitensteuerung für den Kunden. Sicherheiten können im Rahmen einer Vollrechtsübertragung oder ggf. auch im Rahmen einer Verpfändungslösung gestellt werden.

Wertpapierleihe mit Besicherung über Tri-Party

Leihetransaktionen über Kagplus

Wie oben gehen Kunde und DekaBank eine direkte Vertragsbeziehung ein. Zusätzlich wird aber das Sicherheitenspektrum über die Zulässigkeitskriterien von KAGplus, einem von der BaFin zertifizierten „organisiertem System“ der deutschen Börse zur Collateral Steuerung und Überwachung, vorgegeben. Die Sicherheiten, inklusive ausreichender Höhe der Sicherheitenstellung, werden ebenfalls durch KAGplus überwacht. Für dieses Set-Up müssen beide Parteien ein Depot bei Clearstream haben. Bei Fondskunden ergibt sich aus dieser Zertifizierung der Vorteil, nicht nur 10% an einen Entleiher verleihen zu können, sondern bis zu 100%.

 

Ausgabe 1, September 2019