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Neue Berichtspflicht
CSR-Engagement als Wettbewerbsvorteil nutzen

Wie wirken sich die Firmen­geschäfte auf Umwelt und Gesellschaft aus? Diese Frage müssen künftig größere Unternehmen jedes Jahr in einer Nachhaltigkeits­erklärung transpa­rent beantworten. Die Deka ist hier seit Jahren aktiv.

Die Uhr tickt. Ab dem kommenden Jahr müssen kapital­markt­orientierte Unter­nehmen, Versicherungen und Kredit­institute ab einer gewissen Größe erstmals verpflichtend einen Nachhaltig­keits­bericht über das abgelaufene Geschäfts­jahr vorlegen. Der Bericht soll vor allem darüber Auskunft geben, wie das Unternehmen im Bereich CSR, also Corporate Social Responsibility, aufgestellt ist.

 

Die Firmen müssen künftig ihre wesent­lichen Risiken darstellen, die im Hinblick auf Arbeit­nehmer-, Sozial- und Umwelt­belange sowie zur Achtung der Menschen­rechte und zur Korruptions­bekämpfung bestehen. „Die Unternehmen legen somit transparent und standardisiert über ihr soziales und ökologisches Handeln Rechen­schaft ab“, erläutert Robert Sattler vom Nachhaltig­keits­management der Deka. Hintergrund ist eine EU-Richt­linie aus dem Jahr 2014, die die Bundes­regierung nun in das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ umgesetzt hat. Voraussetzung für die Berichts­pflicht ist eine Bilanz­summe von mindestens 20 Millionen Euro, Umsatz­erlöse von 40 Millionen Euro und 500­Mitarbeiter.

 

Enormes Gestaltungspotenzial

„Zunächst waren viele Unternehmen verschreckt und empfanden die Berichtspflicht als zusätzliche büro­kratische Belastung“, hat Yvonne Zwick, Leiterin Büro Deutscher Nachhaltigkeits­kodex (DNK) und wissen­schaftliche Referentin im Rat für Nachhaltige Entwicklung, beobachtet. Doch mittlerweile habe sich die Stimmung gedreht: „Die Firmen­lenker erkennen jetzt vor allem die Möglichkeit, damit das eigene Geschäfts­modell viel strukturierter als bislang darzustellen. Und sie sehen das enorme Gestaltungs­potenzial“, sagt Zwick.

 

Das sieht auch Deka-Experte Sattler so. Er verweist zudem auf den pädagogischen Effekt des Gesetzes: „Es geht nicht nur darum, dass die Unter­nehmen über ihre CSR-Aktivitäten berichten. Sondern sie müssen sich vorher auch anstrengen, dass sie überhaupt etwas zu berichten haben.“ Die sogenannte nicht­finanzielle Erklärung ist entweder als Teil des Lage­berichts oder in Form eines gesonderten Berichts innerhalb von vier Monaten nach Bilanz­stichtag zu veröffentlichen. Auch Finanz­institute sind von der Berichts­pflicht betroffen. So dürften rund 140 Sparkassen und Landes­banken unter die Bestimmung fallen.

„Die Berichte entfachen einen Wettbewerb um die besten Verfahren und Methoden.“

Yvonne Zwick

Leiterin Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Berichte schaffen Vergleichsmöglichkeit

„Dadurch, dass Unternehmen von öffentlichem Interesse berichtspflichtig werden, wird ein Vergleichsrahmen geschaffen“, sagt Yvonne Zwick. Dieser Vergleich unterstütze den Wettbewerb um die besten Berichte und zugleich um die besten Verfahren und Methoden. Insbesondere Unternehmen, die negative Effekte auf Umwelt und Gesellschaft vermeiden und sich heute schon mit ihrem Geschäfts­modell auf die Heraus­forderungen der Zukunft ausrichten, dürften somit einen Wettbewerbs­vorteil haben.

 

Nach welchem Standard die Unternehmen berichten, ist ihnen überlassen. Zu den wichtigsten zählt der Deutsche Nachhaltig­keits­kodex (DNK), der vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Deutschland erstellt wird. Außerdem gibt es die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). „Unsere Daten­bank gibt es seit vier Jahren, und wir haben sie stetig verbessert“, wirbt DNK-Leiterin Zwick. Die Daten­bank, die sowohl für Firmen als auch für Nutzer kostenlos verfügbar ist, nutzen bereits mehr als 220 Unter­nehmen, und es kommen wöchentlich neue hinzu. Wichtig jedoch: Die Nutzung der DNK ersetzt die juristische Prüfung auf Rechts­konformität nicht.

 

Mehr als vom Gesetz verlangt

In Sachen Nachhaltigkeitsberichterstattung ist die Deka sehr aktiv. Bereits seit 2009 erstellt das Institut einmal jährlich einen CSR-Bericht. Umfang und Qualität der Dokumentation wurden seither kontinuierlich gesteigert. „Mit dem Nachhaltigkeitsbericht machen wir unseren Kunden, Geschäftspartnern, Anteilseignern und Mitarbeitern transparent, was wir im jeweils vergangenen Jahr im Nachhaltigkeitsmanagement geschafft haben und wo wir noch besser werden wollen“, erläutert Sattler. Die Berichte basieren dabei auf der jeweils aktuellsten Leitlinie der GRI. „Das ist deutlich mehr, als es das Gesetz verlangt“, betont der Umweltbeauftragte.


Die Deka trägt mit der ausführlichen Berichterstattung auch dem immer stärkenden Interesse nach Transparenz Rechnung. „Wie auch in der Gesellschaft insgesamt wächst das Interesse der Investoren an dem Thema Nachhaltigkeit“, sagt Sattler. „Und wir bei der Deka sehen uns in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Banken sehr gut aufgestellt.“

 

Markt & Impuls - Für institutionelle Investoren - Ausgabe 3, August 2017