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„Wir kämpfen für den Erfolg unserer Kunden“

Das Geschäft mit professionellen Investoren hat die Deka auf neue Säulen gestellt. Seit Juni 2025 verantwortet Dieter Carls den Bereich „Institutioneller Vertrieb Sparkassen & Verbund“. Denis Friess übernahm im November 2025 die Umstrukturierung des Bereichs Pensionskassen, Versorgungswerke, Stiftungen und Versicherungen und wurde im April 2026 in die Geschäftsführung der Deka Investment für das institutionelle Geschäft berufen. Im Interview berichten sie über aktuelle Positionierung, Ziele und Vorteile für die Kunden.

Lesen Sie hier das vollständige Interview aus der August-Ausgabe der "Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen".

August 2026

Interview mit Dieter Carls und Denis Friess, Experten für das institutionelle Geschäft bei der Deka.


Herr Carls, wie positioniert sich die Deka im institutionellen Vertrieb Richtung Sparkassen?

Carls: Wir verstehen uns als Steuerungspartner für Sparkassen-Eigengeschäfte. Als Wertpapierhaus der Sparkassen unterstützen wir mit individuellen Anlage- und Steuerungslösungen sowie Zugang zum gesamten Kapitalmarkt und Asset Management. Unsere Empfehlungen basieren auf den spezifischen Anforderungen der einzelnen Sparkasse und deren Bilanz- und Risikosituation. Wir setzen auf langjährige persönliche Beziehungen, dabei wird jede Sparkasse von einem Kundenbetreuer und einem Kapitalmarktspezialisten begleitet, wodurch wir passgenaue und ganzheitliche Beratung gewährleisten. Dieses Modell nutzen wir auch für Unternehmen im Verbund der Sparkassen-Finanzgruppe.

Herr Friess, wie verhält es sich in Ihrem Kundensegment Pensionskassen, Versorgungswerke, Stiftungen und Versicherungen?

Friess: Auch wir setzen auf einen ganzheitlichen Beratungsansatz mit Fokus auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden. Die Kundengruppen unterscheiden sich stark, weshalb wir maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, die regulatorische und organisatorische Vorgaben der jeweiligen Zielgruppe berücksichtigen. Unsere Lösungsbausteine setzen unsere Kunden in passgenauer Kombination ein, was Prozesssicherheit und größtmögliche Individualisierung herstellt. Unsere Berater verfügen über hohe Kompetenzen und langjährige Erfahrung. Als Vollanbieter stellen wir ganzheitliche Lösungen aus einer Hand bereit, gestützt auf der Erfahrung und der Reputation eines öffentlich-rechtlichen Instituts, das auf mehr als 100 Jahre Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

Was sind das für Lösungen, Herr Friess?

Friess: Im Beratungsprozess nutzen wir verschiedene Tools, um hohe Beratungs- und Umsetzungsqualität sicherzustellen. Besonders anschaulich ist der Deka Strategy Navigator, mit dem wir die strategische Asset Allokation gemeinsam mit unseren Kunden festlegen – basierend auf individuellen Renditeanforderungen, Risikotragfähigkeit und regulatorischen Vorgaben. So schaffen wir Transparenz im Entscheidungsprozess.

„Wichtig ist, die eigenen Strategien regelmäßig zu überprüfen, um Schwachstellen zu erkennen und sich auf Veränderungen im Kapitalmarkt vorzubereiten – ein Prozess, bei dem wir aktiv unterstützen.“

Denis Friess

Leiter Institutionelle Kunden Asset Management, Deka.

Wie wird Transparenz konkret geschaffen?

Friess: Durch objektive Abwägung von Chancen und Risiken. Stiftungen fokussieren oft auf Kapitalerhalt, Pensionskassen sind stark von Zinsänderungen betroffen. Das führt zu individuellen Steuerungs- und Handlungsempfehlungen. Aufgrund erhöhter Governance-Anforderungen sind solche Tools heute ein wichtiger Standard und sie bieten einen deutlichen Mehrwert.

Carls: Ein zentrales Element in der Zusammenarbeit mit Sparkassen ist der Deka Treasury Kompass, der auf Basis von Sparkassendaten fundierte Auswertungen der Eigengeschäfte und der Bilanzstruktur liefert. Im Dialog mit den Sparkassen entwickeln wir darauf basierend Steuerungs- und Handlungsempfehlungen. Diese reichen von der Strukturierung des Vermögens über die Risikoreduktion bis hin zur Nutzung von Ertragschancen im Rahmen der Risikotragfähigkeit. Wir blicken dabei immer auf das Gesamthaus, um Resilienz und Anpassungsfähigkeit zu verankern. Szenarioanalysen und flexible Allokationsstrategien sind feste Bestandteile unseres Ansatzes.

Friess: Ergänzend diskutieren wir intensiv, wie die Resilienz ihrer Portfolios gestärkt werden kann. Die Fragilität der Kapitalmärkte – etwa durch geopolitische Konflikte – hat das Bewusstsein für Risiken struktureller Regimebrüche geschärft. Änderungen von Zinsen, Inflation oder Risikoprämien wirken sich je nach Kundengruppe unterschiedlich aus: Stiftungen müssen bei Stagflation den realen Kapitalerhalt sichern, Pensionskassen mit hoher Anleihequote sind bei Rückfall in Niedrigzinsregime besonders gefährdet und benötigen bilanzielle sowie ökonomische Risikoanalyse.

Nutzen Sie weitere Instrumente, Herr Carls?

Carls: Ja. Unsere digitale Plattform Deka Easy Access bietet aktuelle Marktinformationen, Simulationsmöglichkeiten für das Depot A der Sparkassen sowie Zinsbuchsteuerung. Die Abwicklung von Handelsgeschäften und die Unterstützung von der Liquiditätsanalyse bis zur Umsetzung im Depot A sind ebenfalls integriert. Perspektivisch wird die Plattform zum ‚Co-Piloten‘ für Treasurer und Händler, indem Steuerungskennzahlen mit Marktdaten und Produktangeboten verknüpft werden – stets begleitet von persönlicher Betreuung.

Welche Rolle spielen rechtliche Rahmenbedingungen in der Beratung von Sparkassen?

Carls: Wir stellen sicher, dass unsere Lösungen den regulatorischen Anforderungen der jeweiligen Sparkasse entsprechen. Wir unterstützen mit Szenarioanalysen, Stresstests und Simulationen zur Sicherung ihrer Risikotragfähigkeit. Eigenkapitalquoten, Liquiditätskennzahlen und regulatorische Vorgaben, Stichwort Basel III, sind fester Bestandteil. Nachhaltigkeitsaspekte und Unterstützung bei den Prozessen rund um neue Produkte werden ebenso abgedeckt. In einigen Instituten übernehmen wir das Management der Eigenanlagen vollständig für die Sparkasse.

„Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Deka ermöglicht effizientes Risikomanagement, regulatorisch konforme Strategien und Zugang zu innovativen Lösungen.“

Dieter Carls

Leiter Institutioneller Vertrieb Sparkassen & Verbund, Deka.

Haben Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen die gleichen Bedürfnisse wie Sparkassen?

Friess: Die Anforderungen sind ausgesprochen heterogen und reichen weit über Regulierung und Kapitalplanung hinaus. Ein zentraler Trend ist das Streben nach höherer Portfolioresilienz. De-Risking-Lösungen gewinnen an Bedeutung, insbesondere für Pensionseinrichtungen mit cashflow-negativen Plänen, die Risiken reduzieren oder gezielt transferieren müssen. Hebel sind Duration- oder Cashflow-Matching. Effizienzsteigerung und robuste Governance sind weitere Beratungsaspekte. Wir können auch das Direktanlagemanagement im Buy-and-Hold-Ansatz für Pensionskassen übernehmen.

Welche Anlageoptionen bevorzugen Sparkassen?

Carls: Sparkassen investieren vorwiegend in festverzinsliche Anleihen und diversifizieren über Laufzeiten, Länder und Bonitäten. Immobilien sind ein fester Bestandteil der Anlagen, die Investitionen in Infrastruktur gewinnen weiter an Bedeutung. Entscheidend ist die Passung der Anlagen zum Ertrags- und Risikoprofil sowie zur Stärkung aufsichtsrechtlicher Kennzahlen.

Welche Anlagephilosophie beobachten Sie bei Ihren Kunden?

Friess: Institutionelle Investoren in Deutschland sind meist risikoadverser als international. Dabei spielen auch regulatorische Vorgaben und konservative Risikotoleranz eine Rolle. Sie führen zu einer stärkeren Gewichtung kurzfristiger Verlustaversion gegenüber langfristigen Renditeerwartungen. So sind auch Garantielösungen sind weiter gefragt. Während der Niedrigzinsphase wurde das Risikoprofil erweitert, was dazu führte, dass der Anteil illiquider Anlagen wie Private Debt und Infrastruktur zunahm. Mit steigendem Zinsniveau geht die Nachfrage nach Anleihen wieder hoch, illiquide Anlagen verlieren an Attraktivität. Aktien bleiben hingegen bedeutsam.

Was empfehlen Sie für einen zukunftssicheren Investmentprozess?

Friess: Wichtig ist, die eigenen Strategien regelmäßig zu überprüfen, um Schwachstellen zu erkennen und sich auf Veränderungen im Kapitalmarkt vorzubereiten – ein Prozess, bei dem wir aktiv unterstützen.

Herr Carls, wie sichern Sie die Stabilität im Depot?

Carls: Entscheidend für die Stabilität ist die Vorbereitung auf verschiedene Zins- und Marktszenarien. Die Steuerung des Zinsrisikos steht im Zentrum der Ertrags- und Zukunftssicherung. Instrumente wie Szenarioanalysen und der Deka Treasury Kompass helfen, Handlungsspielraum zu erweitern und Portfolios optimal auszurichten.

Welche Herausforderungen ergeben sich aus Kapitalmarktsicht für Pensionskassen, Versorgungswerke, Stiftungen und Versicherungen?

Friess: Bei der Implementierung der strategischen Allokation stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Der MSCI Welt ist stark auf den US-Markt und Technologiewerte konzentriert; Multi-Faktor-Strategien mit Fokus auf Low Risk, Qualität und Value diversifizieren das Portfolio und erhöhen die Resilienz. Im Segment der Unternehmensanleihen nutzt man Qualitätsfilter, um potenzielle Abwertungen frühzeitig zu erkennen. Solche Filter lassen sich effizient in Buy-and-Hold-Portfolios integrieren.

Was ist Ihr Fazit für die Sparkassen und Verbundunternehmen?

Carls: Wir richten unsere Angebote konsequent auf die Bedürfnisse von Sparkassen und Verbundunternehmen aus. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Deka ermöglicht effizientes Risikomanagement, regulatorisch konforme Strategien und Zugang zu innovativen Lösungen – ideal für nachhaltiges Agieren im anspruchsvollen Marktumfeld. Instrumente wie der Deka Treasury Kompass unterstützen dabei, Ertrags-Risiko-Profile zu optimieren und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Kombination aus datenbasierter Transparenz, individueller Beratung und passenden Lösungen ist die Grundlage für eine zukunftsorientierte Marktposition. Als langfristiger Partner werden wir unsere Unterstützung im Eigenanlagenmanagement weiter intensivieren – angesichts Herausforderungen wie Demografie, Fachkräftemangel und zunehmender Komplexität.

Friess: Die von Dieter Carls beschriebene Philosophie verfolgen wir genau so. Wir kämpfen für den Erfolg unserer Kunden – unser Ziel ist, im klassischen Asset Management wie auch bei innovativen, digitalen und nachhaltigen Kapitalmarktlösungen eine führende Rolle einzunehmen und unsere Position weiter auszubauen.

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